Die Metzgerzeile am Viktualienmarkt

 

 

 

Konkurrenz belebt das Geschäft. Aber müssen es am selben Fleck neun gleiche Läden

nebeneinander sein? Direkt unter dem Petersbergl reiht sich eine Metzgerei an die andere.

Und jede macht seit Jahrhunderten ihr Geschäft.

 

Früher standen die Fleischbänke mitten auf dem Marktplatz (heutiger Marienplatz),

Gestank und Schlachtmüll inklusive. Im 14. Jahrhundert ist Schluss damit:

Kaiser Ludwig der Bayer wirft die Metzger aus der Stadt. Er lässt sie

an den Rand der Stadtmauer verlegen.

 

Das hat gleich mehrere Vorteile. Weil damals unterhalb des Petersbergls

der Pfisterbach vorbeifließt, nutzen ihn die Metzger als natürliche

Müllabfuhr für Abwässer und stinkende Schlachtabfälle. Außerdem

können sie sich unter Branchen-Kollegen gegenseitig bei der schweren

Arbeit unterstützen und minderwertige Ware in der nahe gelegenen

Freibank verkaufen (Standort „Der Pschorr“).

 

Den Backsteinbau, in dem sich die Metzgerläden heute befinden,

hat der Architekt Arnold Zenetti 1880 errichtet. Er ist Teil

des Viktualienmarktes.                                       Corinna Erhard